Estrich nach Nutzungsart

  • Heizestrich (H)

Werden im Estrich Heizungsrohre für eine Fußbodenheizung verlegt, spricht man von einem Heizestrich. In der DIN 18560 werden 3 Bauarten je nach Anordnung der Heizelemente unterschieden: A 1-3, B und C. Bei A 1-3 sind die Abstände der Heizelemente zur Estrichplatte 5 mm, 5-15 mm und über 15 mm. Bei der Bauart B liegen die Heizelemente unter der Estrichplatte und bei C werden die Heizelemente in einer besonderen Schicht zwischen Estrich und Dämmschicht angeordnet.

  • Industrieestrich (F)

Der in der DIN 18560-7 geregelte hochbeanspruchte Estrich muss die allgemeinen Anforderungen an Estrich erfüllen und gegen mechanische Beanspruchungen widerstandsfähig sein. Der Estrich ist in 3 Beanspruchungsgruppen (I-III) für verschiedene Bereifungen von Flurförderfahrzeugen und verschiedenste andere Beanspruchungen eingeteilt. Dazu gehören bspw. in der Beanspruchungsgruppe II: Urethan-Elastomer Bereifung und das Schleifen und Kollern von Holz, Papierrollen und Kunststoffteilen. Für die verschiedenen Bindemittelsorten und die vielen Anforderungen gibt es eine Reihe von Vorschriften für Nenndicken, Körnungen der Gesteinskörnung und die Rohdichte- und Härteklassen.

  • Estrich für den Außenbereich

Für Estrich im Freien eignet sich Gussasphalt- und Zementestrich. Es ist ein Gussasphaltestrich in der Härteklasse `IC40` zu verwenden. Wenn der Zementestrich mit Taumittel in Berührung kommt, muss er in Anlehnung an DIN 1045-1 hergestellt werden.

  • Hartstoffestrich

Zementgebundener Hartstoffestrich wird nach DIN 18560 unter Verwendung von Hartstoffen nach DIN 110 hergestellt. Als Verbundestrich ist er ein- auf Trenn- oder Dämmschicht zweilagig auszuführen. Zweischichtig ausgeführt, liegt die Hartstoffschicht über einer Übergangsschicht. Bei einlagigem Einbau gibt es nur eine Hartstoffschicht. Je nach Beanspruchungsgruppe (I bis III) und Festigkeitsklasse wird die Nenndicke ausgewählt. Die Festigkeiten und Dicken der Übergansschicht sind ebenfalls geregelt und liegen bei Einbau auf Trennschicht bei mindestens 80 mm. Übergangsschichten dürfen nicht zur Herstellung eines Gefälles verwendet werden. Als Hartstoffe werden Metall, Naturstein, Schlacken oder Silikoncarbid beigemischt. Verwendung findet der Estrich im Industrie- und Gewerbebereich.

  • Schnellzementestrich

Tonerdeschmelzzement oder ein kunststoffvergütetes Spezialbindemittel sorgen für einen schnellhärtenden, hochfesten Zementestrich, der früh mit Belägen versehen werde kann.

  • Leichtestrich

Als Fußbodenausgleich in Neu- und Altbauten, bei Dächern und Balkonen, zum überdecken frostgefährdeter Leitungen und als Schwimmbadhinterfüllung kann Leichtestrich verwendet werden. Auch um z.B. dem statischen Anspruch an eine leichte Brückenkonstruktion durch geringes Eigengewicht gerecht zu werden, wird dieser Estrich benutzt. Durch den Zusatz von Styropor, Blähschiefer oder Tonkugeln besitzt dieser Estrich nur eine geringe Rohdichte, hat eine gute Wärmedämmung und ist schwer entflammbar. Es gibt auch Epoxydharz-Leichtestriche, die mit einer Mindestdicke von nur 15 mm eingebaut werden. Das Gewicht einer Zementestrichkonstruktion kann bis rund 40 % reduziert werden. Die Mischung und der Einbau erfolgen auf herkömmliche Weise.

  • Ausgleichsestrich

Ausgleichsestrich kann als Ausgleichsmasse zur Egalisierung unebener, tragenden Untergründe in geringen Schichtdicken, bspw. auf Rohbetondecken, eingebaut werden. Ausgleichsestrich wird außerdem bei Heizestrich der Bauart C eingesetzt. Wegen der geringen Überdeckung der Heizelemente, neigt der Ausgleichsestrich zu Schwindrissen und hat keine lastverteilende Funktion. Laut DIN 18560 wird die Funktionsfähigkeit dadurch aber nicht beeinträchtigt.



(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2008, www.estrichleger.de

Gewerbliche und private Verwendung dieses Artikels ist ausdrücklich, aber nur dann gestattet, wenn dem Artikel gut sichtbar der vorstehende Copyright-Hinweis mit verfolgbarem Link hinzugefügt wird und wir per Mail an copy@fachportale.de über die Verwendung informiert werden!